Wie anfangen und wie lange dauert es?

Allgemeines

Viele haben ein vollkommen falsches Bild von der Futterumstellung. Sobald der Hund festen Kot hat, scheint das Futter umgestellt zu sein und vertragen zu werden. 

 

Tatsächlich ist die Futterumstellung eine langwierige Belastung für den Organismus, bei der sich der Magen-Darm-Trakt auf die neuen Nahrungsmittel einstellt, den PH-Wert der Magensäure senkt oder erhöht, die Perestaltik (Muskelkontraktion sprich Verdauungsaktivität) des Darmes zu oder abnimmt und somit die Verweildauer des Futters im Darm anpasst, der Magen sich an größere oder geringere Futtermengen gewöhnt usw. 

 

Der ganze Prozess dauert im Schnitt 6 Wochen an, erst dann kann man von "erfolgreich umgestellt" sprechen. Von nun an kann der Hund das neue Futter auf so gut wie möglich verdauen. 

 

Es ist anfangs normal, das Hunde mit Durchfällen reagieren. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei einfach nur um weichen/flüssigen Kot, da sich der Darm noch nicht an die neue Nahrung angepasst hat. 

Das bedeutet nicht, das der Hund das Futter nicht verträgt! Gerade bei sehr radikalen Umstellungen (von sehr pflanzenlastigem Trockenfutter auf Fleisch) kann das ganze schon mal sehr belastend sein. 

Macht der Hund eine normale Menge (Achtung, mehr Flüssigkeit = mehr Kot!) und kann es kontrollieren, dann ist es kein Krankheitsbedingter Durchfall. 

Welpen

Wenn man nicht das Glück hat, einen Welpen zu bekommen der beim Züchter bereits roh ernährt wurde, dann kann man dennoch recht zügig mit der Umstellung beginnen. 

Der Kauf eines Sackes Trockenfutter ist nicht notwendig, da sowohl Mischfütterung als auch eine schleichende Umstellung ein höhres Risiko beherbergen als eine schnelle "Radikalumstellung".

Die Menge von 3-7 Tagesrationen an gewohntem Futter reicht aus und sollte in den ersten Tagen im neuen Heim gefüttert werden.

 

Als nächstes lässt man den Welpen einen halben Tag fasten, damit sich der Verdauungstrakt entleert, dann beginnt man mit der Fütterung von fettem, aber leicht verdaulichem Fleisch (z. B. Hühnchen mit Haut).

Wenn der Welpe das über mehrere Tage gut vertragen hat (hat er umstellungsbedingt weichen Kot, bitte erst abwarten bis er wieder fest ist) dann kann man damit beginnen Leber und andere Innereien zu verfüttern. Unter vorraussetzung von festen Häufchen, können ab jetzt auch andere Fleischsorten gegeben werden. 

Um Durchfall zu vermeiden kann man kleine Mengen weicher, gut verdaulicher Knochen füttern. (Hühnerhälse, Hühnerknochen allgemein, Kalbsbrustbein)

Ausgewachsene Hunde/Senioren

Einen ausgewachsenen Hund sollte man einen ganzen, wenn er es verträgt, besser zwei Tage fasten lassen. Dann beginnt man mit der Fütterung von fettem Fleisch (Huhn mit Haut, Rinderkopffleisch). Zu anfangs aber nur eine Fleischsorte!

Wenn der Hund dies verträgt kann man langsam mit der Fütterung anderer Sorten, später dann Innereien beginnen.

Auch hier kann zur Vermeidung von Durchfall eine kleine Menge leicht verdaulicher Knochen verfüttert werden.