Der Verdauungstrakt und das Gebiss

Als erstes möchte ich Ihnen erklären wie "der Hund" eigentlich aufgebaut ist und warum man daraus wichtiges für die Ernährung schließen kann.

 

Wölfe und ihre Nachkommen - die Hunde - gehören zu den Karnivoren und sind daher Fleischfresser (Carni = Fleisch; Vore = Fresser). Im Gegensatz zu Katzen sind sie außerdem darauf ausgelegt auf Dauer ein ausgewogenes Nährstoffverhältnis zu schaffen da sie in der Natur ja nicht täglich die richtige Menge Futter zu sich nehmen können. Erlegt beispielsweise ein Wolf oder Wildhund ein Beutetier, meist Rehe oder Hirschkühe (aufgrund des Geweihs werden männliche Tiere eher gemieden) frisst er als erstes die Nährstoffreichsten und am schnellsten Verderblichen Teile wie Bauchfett, Pansen und Blättermagen sowie Innereien, in den nächsten Tagen dann das Muskelfleisch und als letztes die Knochen. Die Natur hat es so eingerichtet das Wölfe und eben auch Hunde kein richtiges Sättigungsgefühl haben, sie fressen als bis wirklich nichts mehr geht und verhindern so das die Beute zu stark verdirbt, dennoch haben die meisten Hunde kein Problem damit auch mal ein im Park oder Wald gefundenes Kaninchen zu fressen der wohl schon "etwas" länger lag, der Verdauungstrakt von Karnivoren kann eine Lebensmittelvergiftung oder bakterielle Infektion sehr gut verhindern, auch die Warscheinlichkeit das ein gesunder Hund tatsächlich Salmonellen oder Ähnliches bekommt ist sehr gering, warum erklär ich jetzt:

 

Die Verdauung

Im Gegensatz zu Herbivoren (Pflanzenfressern) und Omnivoren (Allesfressern) besitzen Fleischfresser keine Verdauungsenzyme im Speichel, aufgrund der sehr scharfen Magensäure Ph Wert ( >1) ist auch ohne diese Zugabe ein schnelles Verdauen möglich, außerdem tötet sie sämtliche Bakterien und Parasiten ab die sich in der Nahrung befinden, verdorbenes Fleisch stellt für einen gesunden Hund kein Problem dar, vor allem dann nicht wenn er sowieso roh ernährt wird. Da Fleisch nicht so lange verdaut werden muss wie Pflanzen (vor allem Getreide) ist der Darm sehr kurz, je nach Körpergröße 2-7m also ein Körperlänge-/Darmlängeverhältnis von 1:5 (Bei der Katze als reiner Karnivore 1:3, beim Schaf als Herbivore 1:24) die Nährstoffe aus Pflanzen können vom Hund also nur dann überhaupt verdaut werden wenn sie vorverdaut sind.

 

Verdauen ist nicht gleich verwerten der Hund kann unter bestimmten Umständen (pürieren, kochen) zwar pflanzliche Nahrungsbestandteile verdauen, aber auch mit einem Schuss Öl bleibt dies ein reiner Ballaststoff. Gemüse im Rohfutter ist nicht schädlich, aber unnötig. 

Es setzt durch seinen hohen Ballaststoffanteil die Verdaulichkeit des gesamten Futters herab, sodass der Hund am Ende auch mehr Fleisch und Innereien benötigt.

Der Hund ein Omnivore - einer der größten Irrtümer der Neuzeit

Gerade die Fütterung von Hunden ohne geziehlte Gabe von pflanzlichen Bestandteilen, wird in Hundeforen stark kritisiert. 

Hunde hätten mit dem Wolf kaum mehr etwas gemein, oder würden sich gar, wie der Mensch und der Affe, nur gemeinsame Vorfahren mit dem Wolf teilen.
Der Hund hätte sich im Laufe seiner Domestikation an das Fressen von Pflanzen angepasst und zu viel Fleisch wäre gesundheitsschädigend. 

 

Was ist nun wahr?

 

Der Hund stammt nicht nur vom Wolf ab, im Prinzip ist er immer noch einer.

 

Der Grauwolf, sein nächter Verwandter nennt sich Canis Lupus Lupus

Der Hund Canis Lupus Familiaris. 

 

Damit ist der Hund wissenschaftlich gesehen eine Gattung des Wolfes, der domestizierte Wolf quasi. 

 

Kern-DNA-Tests bestätigen dies, durch einen genetischen Unterschied von 0,04 % zwischen Grauwolf und Hund. Sie sind also zu 99,96% miteinander verwandt. 

 

In anbetracht dessen, was wir Menschen mit dem Hund in den ca. 17.000 Jahren, seit denen wir mit ihm zusammenleben, gemacht haben, können wir in diesem Rahmen wohl kaum seinen Verdauungstrakt verändert haben. 

 

Der Wolf schüttelt den Magen von großen Herbivoren (Pflanzenfressern) die zu seiner Hauptnahrung gehören aus und verzehrt ihn nicht mit. 

Nur der geringe Teil, der in den Zotten hängt, wird mitgefressen. 

 

Der Wolf frisst auch mal Kräuter und Beeren (Genaueres dazu unter 'Hunde und Gemüse'), diese machen aber einen derart geringen Teil seiner Nahrung aus, das sie absolut vernachlässigbar sind und haben meistens auch noch einen medizinischen Nutzen. 

Es rechtfertigt aber in keinster Weise einen Gemüse-Obst-Anteil von 20-30 % im klassischen BARF, oder aber den meist noch viel größeren Anteil im Fertigfutter. 

 

In kleinen Mengen wird Gemüse dem Hund nicht schaden, aber es ist unnötig und die ernährungsphysiologische Beudeutung tendiert gegen null.

 

Lediglich (Gift-)Kräuter hätten einen Wert, sollten aber nur im Rahmen der Selbstmedikation oder unter Kontrolle eines Tierartztes oder Tierheilpraktikers verwendet werden!

 

Das Gebiss

Da Karnivoren ihre Beute in Stücke reißen müssen besitzen sie ein sogenanntes Scherengebiss, dabei greifen die Zähne nicht aufeinander sondern der Oberkiefer ist etwas größer als der Unterkiefer und die Zahnreihen laufen aneinander vorbei.

 

Das bedeutet also das Hunde von Natur aus gar nicht richtig kauen (= mahlen) können was unter anderem zum zerteilen der Zelluloseschalen von Gemüse und Obst nötig währe. Ihre Zähne können außerdem nur durch das Zerreißen von Fleisch richtig gereinigt werden weil nur die Fleischfasern in die feinen Zahnzwischenräume eindringen können, aus diesem Grund eignet sich z. B. auch Trockenfutter, Zahnpflegesnacks und sog. Dentastix nicht zur Zahnpflege.

 

Oft unterschätzt - der Wasserbedarf

Da Beutetiere zu etwa 70-75% aus Feuchtigkeit, das heißt Wasser bestehen haben es Karnivoren in der Natur nicht unbedingt nötig große Menge zusätzliches Wasser zu trinken, Katzen haben beispielsweise überhaupt kein Durstgefühl und dehydrieren deshalb sehr schnell. Im Gegensatz zu uns Menschen können auch Hunde ihren Wasserbedarf selten ausreichend selbst kontrollieren da zwar ein Durstgefühl vorhanden, aber von Natur aus nicht so ausgeprägt ist da Feuchtigkeit ja überwiegend mit dem Futter aufgenommen wird. Trockenfutter kann deshalb sehr schädlich für die Nieren sein und zu zahlreichen leiden führen.