Inzwischen gibt es die verschiedensten Varianten seine Hunde roh zu füttern, hier möchte ich die gängigsten Vorstellen. 

Von B.A.R.F, Prey und anderen...

B.A.R.F.

Keine Methode seine Hunde roh zu füttern hat so viele Anhänger - und gleichzeitig auch verschiedene Varianten - wie B.A.R.F. 

Die einen nennen die Rohfütterung grundsätzlich so, die anderen erfinden gleich neue Begriffe.

 

Aber was ist B.A.R.F. tatsächlich?

B.A.R.F. ist die Fütterungsmethode von Swanie Simon. Hierbei wird in erster Linie Fleisch, Pansen, Knochen und Leber gefüttert, der Fettanteil eher niedrig gehalten (10-15 %) und 20-30 % der Gesamtfuttermenge bestehen aus Gemüse, Obst und Kohlenhydratquellen (Getreide, Kartoffe, Reis, Pseudogetreide).

Auf dem Speiseplan stehen zusätzlich zahlreiche Supplemente und Kräuter, für jede Situation gibt es andere Speisepläne und Pülverchen.

 

 

Prey Model Raw

Beim Prey versucht man die natürliche Nahrung des Wolfes nach dem Konzept 80/10/5/5. 80 % Fleisch, Fett (ca. 20 % vom Fleisch) und Sehnen. 10 % Knochen (keine tragenden wie Beine). 5 % Leber, 5 % weitere Innereien.

Stammen die einzelnen Bestandteile von verschiedenen Tieren (z. B. Fleisch, Leber, Innereien vom Rind, Knochen vom Huhn) spricht man von Frankenprey, abgeleitet von Frankensteins Monster. 

Wenn man die Möglichkeit hat, werden auch ganze Beutetiere verfüttert, dass nennt man dann Whole Prey.

 

Zusätze werden hier eher abgelehnt, nur im Krankheitsfall oder bei Welpen die keine Knochen bekommen, werden Supplemente wie Knochenmehl gefüttert.

 

 

"Natürliche Rohfütterung"

oder einfach füttern. Hierbei werden keine Nahrungsverhältnisse berechnet, das Futter nicht abgewogen etc., es wird einfach gegeben was da ist. 

 

Innereien stehen hierbei eher selten auf dem Speiseplan, Pansen ist ein Leckerlie und das Futter besteht hauptsächlich aus fettigem Fleisch (20-25 % Fett) und 1-2x die Woche Knochen (nicht von tragenden Körperteilen).

Auf ganze Tiere wird eher verzichtet.

 

Gemüse und Kohlenhydrate sowie Zusätze werden hier nicht gefüttert, im Falle von Welpen ist Knochenmehl erlaubt. 

Fastentage, AYCE und andere Fütterungsmethoden

Fasten, ja oder nein?

Fastentage gibt es vor allem bei Prey und B.A.R.F., in der natürlichen Rohfütterung werden sie als "ungefährlich, aber unnötig" abgetan und meist darauf verzichtet. 

 

Beim B.A.R.F. gibt es wahlweise einen Fastentag komplett ohne Futter, oder zwei vegetarische Tage. Die Fastentage werden mit ca. 6 Monaten als halber Fastentag und mit 10-12 Monaten als kompletter Fastentag eingeführt. 

 

Beim Prey gibt es verschiedene Methoden, der Fastentag kann gemacht werden, aber muss nicht unbedingt eingehalten werden. Manche Hunde fasten freiwillig alle paar Tage, manche Besitzer legen 1-2 futterfreie Tage pro Woche fest. Manch einer fastet gar nicht.

Manch einer füttert gleich nur 3-4x die Woche.

 

Der Sinn von Fastentagen ist, sich dem Fressverhalten des Wolfes anzupassen. 

 

 

 

AYCE - All You Can Eat für den Hund?

AYCE wird vor allem in Prey empfohlen und wird immer beliebter. Der Hund soll selbst entscheiden dürfen wann und wie viel er frisst. 

Im normalfall pendelt sich die Futtermenge mit der Zeit ein, der Hund bleibt schlank. 

 

Auch ausgewachsene Hunde lassen sich an AYCE noch gewöhnen, nur muss man die Menge langsam steigern. Der Magen ist ein Muskel der sich daran gewöhnen muss mehr Futter zu enthalten. 

Wichtig ist, vor allem zu Anfang das Fleisch in großen Brocken zu füttern, damit der Hund sich nicht binnen Minuten vollstopft und der Magen überdehnt. Langsam fressen macht auch schneller satt.

Ist der Hund AYCE gwöhnt, macht es auch nichts aus wenn er mal etwas zu schnell und zu viel frisst, das kommt höchstens auf der falschen Seite wieder raus.

 

Da All You Can Eat falsch angegangen und zu schnell angefüttert lebensgefährliche Überdehnungen des Magens verursachen kann, muss der Hund unbedingt langsam daran gewöhnt werden!

 

 

 

Immer ausgewogen?

Die Industrie macht es vor und empfiehlt es, der Hund würde krank wenn er nicht täglich ausgewogen ernährt werde. 

 

Die Frage ist, frisst der Wolf immer ausgewogen und täglich alles, was er braucht?

Nein. Man kann das Futter für jeden Tag abwiegen und vorbereitet einfrieren, man muss aber nicht.

Beim ausgewachsenen Hund reicht es 1-2x die Woche Knochen zu füttern, fettlösliche Vitamine wie Vitamin A aus der Leber, können sogar als 2-4 Wochen ration gereicht werden. 

 

Bei Welpen, trächtigen und säugenden Hündinnen sollte man zumindest mit dem Calcium genauer sein und jeden, oder jeden zweiten Tag Knochen oder Calciumsupplemente füttern, ihr Organismus ist viel sensibler.