Roh - Ganz, oder gar nicht!

Es scheint - leider - inzwischen normal zu sein, das alle Züchter ihre Hunde (sei es Welpen oder eigene) nicht nur roh oder mit Fertigfutter zu füttern, sondern mit einer Kombination aus beidem. Was dem Welpenbesitzer natürlich auch für später an´s Herz gelegt!

 

Es scheint ja auch einfach und, vor allem, sicherer zu sein. Das Fertigfutter (meist Trockenfutter) könne etwaige Mängel der Rohfütterung ja ausgleichen. 

Bei Welpen hat es noch den Vorteil, das er vom Käufer problemlos auf nur Trockenfutter umgestellt werden kann. Oder im Urlaub, wenn kaum bezahlbares Fleisch aufzutreiben ist. 

 

Das diese Fütterungsmethode richtig gefährlich werden kann, wissen die wenigsten. 

 

Grundsätzlich stellt sich die Verdauung des Hundes auf eine bestimmte Art von Nahrungsquelle ein und passt seine Verdauung an. Die Magensäure von roh ernährten Hunden ist nachweislich schärfer/saurer als die von mit Trockenfutter ernährten Hunden, vor allem dann, wenn bei der Rohfütterung auf Gemüse verzichtet wird. 

 

Dieser Prozess der Gewöhnung und Umstellung des Organismus dauert deutlich länger als man bei der Beobachtung des Hundes vermuten würde, im Schnitt sind 6 Wochen reine Fleischfütterung unter komplettem Fertigfutterentzug notwendig, um eine perfekte und risikoarme Knochenverdauung zu gewährleisten. Nach diesem Zeitraum stellt dann auch nicht mehr ganz frisches Fleisch kein Problem mehr dar, da der Darm zusätzlich zur schärferen Magensäure auch seinen Darm regeneriert und eine gesunde Darmflora aufgebaut hat. 

 

Gibt man jetzt z. B. morgens Fleisch (da es schneller verdaut wird) und abends Trockenfutter, kann sich der Darm unmöglich auf eine Fütterungsmethode einstellen, da Trockenfutter schwerer verdaulich ist, passt er sich eher an dieses Futtermittel an. Der Darm wird träger, die Magensäure basischer und die Darmflora kann mit der Bakterienbelastung des Rohfleisches nicht richtig zurecht kommen. 

Das Risiko für Salmonellose und andere, der Rohernährung zugeschobene Krankheiten, ist ungleich höher als bei reiner Rohfütterung. 

 

Zudem kann sich der Organismus unmöglich auf Trockenfutter und Knochen einstellen, da für die optimale Verdauung grundverschiedene Vorraussetzungen gefordert werden, das Risiko für Knochenkot, Darmverschluss etc. steigt. 

 

Bei der Kombination aus Nassfutter (ohne pflanzliche Bestandteile) und Rohfutter sind diese Risiken zwar deutlich geringer, aber immer noch mehr gegeben als bei reiner Rohfütterung. Wir können auch dies deshalb nicht empfehlen.