Welche Tiere darf man denn überhaupt füttern und wie biete ich sie an?

Welche Fleischsorten?

Egal ob bei Knochen, Fleisch oder Innereien, man kann von jedem Tier alles füttern. 

 

Eine einzige Ausnahme: Schweinefleisch, egal ob Wild- oder Hausschwein, kann das Aujesky-Virus (auch bekannt als Pseudotollwut) enthalten. Dieses Virus endet für Hunde und Katzen immer tödlich.

Da es Menschen nicht befällt, muss es nicht getestet werden. 

 

Gut fütterbare Fleischsorten sind:

  • Hirsch
  • Reh
  • Hase (auch ganzes Beutetier)
  • Kaninchen (auch ganzes Beutetier)
  • Huhn (auch ganzes Beutetier)
  • Rind
  • Lamm (je nach Hundegröße auch ganzes Beutetier)
  • Schaf
  • Kalb
  • Pferd
  • Ziege
  • Taube (auch ganzes Beutetier)
  • Fasan (auch ganzes Beutetier)
  • Wachtel (auch ganzes Beutetier)
  • Ente (auch ganzes Beutetier)
  • Gans (auch ganzes Beutetier)

Sorten/Tiere die sich als ganzes Beutetier eignen, sollten bevorzugt werden. Jedes Tier das binnen 3 Monaten vom Hund komplett gefressen werden kann (Mit Knochen und Innereien) kann zerteilt und ohne Rechnen einfach über diesen Zeitraum verfüttert werden (z. B. Unfallwild).

Und wie?

Grundsätzlich sollte, wenn möglich, immer alles am Stück oder in großen Stücken verfüttert werden. 

Das pflegt die Zähne besser als alle andere, beschäftigt den Hund und sorgt für eine gute Auslastung und Stressabbau. 

 

Kann man z. B. Hühner, Kaninchen etc. als ganzes Tier verfüttern (gerne auch mit Fell, Geflügel sollte grob gerupft werden) dann tut man das am besten auch. Natürlicher und ausgewogener kann man nicht füttern. 

 

Traut sich der Hund nicht ganz an die Beute ran, kann man sie grob zerteilen und in Stücken anbieten. 

 

Gewolftes wird deutlich schneller schlecht und ist - wenn nicht selbst zerkleinert - meist aus minderwertigen Zutaten.

Von Mixen können wir generell nur abraten, wenn nicht ganz genau die Zusammensetzung deklariert ist.

Außerdem hat es keinerlei positive Wirkung auf die Zähne und das Zahnfleisch und eignet sich nicht für AYCE, da der Hund zu schnell fressen kann. 

Die Innereien?

Auch die Innereienportion sollte nach Möglichkeit nur aus einem Stück pro Nahrungsmittel bestehen. Hier aber weniger der Zahnpflege, als de Möglichkeit des aussortierens bei Überversorgung wegen. 

---> siehe 'Rohfütterung allgemein' 'Innereienselektion'

Welche Knochen?

Grundsätzlich können zwar alle Knochen gefüttert werden, solange sie roh sind (gekochte Knochen können tödliche Verletzungen verursachen!) allerdings sollte man von tragenden Knochen größerer Tiere (Markknochen, ganze Beinknochen, Beinscheiben) absehen.

 

Diese Knochen sind extrem hart und als Calciumquelle deshalb ungeeignet (der Hund bekommt einfach nicht genug ab) sondern kann sich deshalb auch Haarrisse in den Zähnen zuziehen.

Ein Wolf/Wildhund lässt die Beinknochen (mit Ausnahme der Fesselgelenke) von großen Beutetieren ebenfalls liegen, nur bei sehr schlechter Nahrungsverfügbarkeit werden diese gefressen.

Viele Hunde machen dies instinktiv nach. 

 

Knochen sollten bevorzugt im ganzen gefüttert werden, bei stark schlingenden Hunden, kleinen Welpen und Senioren mit Zahnproblemen kann man auch gewolfte Knochen füttern.

 

Bei den Prozentangaben geht man übrigens immer von der reinen Knochenmasse aus, bei Fleischknochen muss man dementsprechend mehr geben.

 

Am weichesten und damit als erste Knochen nach einer Umstellung, oder aber für junge Welpen geeignet, sind:

  • Kalbsbrustbein
  • Hühnerhälse
  • Hühnerflügel
  • Gänsehälse
  • Gänseflügel
  • Putenhälse
  • Putenflügel
  • Lammrippen

Ebenfalls geeignet:

  • Ganze Hähnchen (keine Suppenhühner, da spröde Knochen!)
  • Ganze Enten
  • Hähnchenschenkel
  • Rinderbrustbein
  • Rehrücken und Rippen
  • Rehhals
  • Ziegenhals
  • Schafshals
  • Köpfe (Lamm, Reh, Schaf, Ziege....)

Immer ganz frisch?

Reine Carnivoren wie Hunde, kommen mit Keimen im Futter besser zurecht als alle anderen Tiere. Außerdem ist der Hund von Natur aus eine Aasfresser, da er 

1. nicht immer selbst jagen kann und häufig verstorbene Tiere frisst

2. ein Rudel mit im schnitt 5-15 Wölfen/Wildhunden größere Beutetiere oft gar nicht auf einmal auffressen kann. 

 

Fleisch das leicht um ist, ist für den Hund sogar leichter verdaulich. 

Ist ein Hund Rohfutter gewöhnt, macht ihm nicht mehr ganz frisches Fleisch oder Innereien nichts aus. Unsere Hunde brauchen ja auch mal 3-4 Tage für einen Rehschenkel und der liegt ohne Kühlung im Garten, wenn er nicht gerade benagt wird. 

 

Ist das Futter wirklich richtig schlecht, frisst es auch der Hund nicht mehr, keine Sorge.