Von Öl und Pulver...

Unnötiges

Vor allem in der klassischen B.A.R.F.-Fütterung wird sehr viel mit Zusätzen gearbeitet, unter anderem wird

  • Bierhefe (Vitamin B)
  • Vitamin C (Hagebutte, Acerolakirsche, Ascorbinsäure)
  • Pflanzenöl (Leinöl etc.)
  • Kräuter und Pfanzenmehle (frisch in der Gemüseration mitpüriert oder getrocknet

Tatsächlich sind diese Zusätze unnötig, bisweilen sogar schädlich!

 

Kräuter werden (siehe 'Rohfütterung allgemein' 'Hunde und Gemüse') vom Hund nur bei Bedarf (krankheitsfall!) stark selektiv aufgenommen, prophylaktisch verfüttern kann die Wirkung im Ernstfall unter Umständen nur stark gehemmt genutzt werden. Für gesunde Hunde, sind sie absolut unnötig.

 

Bierhefe wird häufig gegeben um das Fell eines Hundes zu verbessern, dass es höchstwahrscheinlich einen Grund für das schlechte Fell gibt und dieser nicht zwingend an einem Mangel eines B-Vitamins liegen muss (bei ausgewogener Rohernährung auch sehr unwahrscheinlich) wird dabei vergessen. Bierhefe an sich ist zwar nicht schädlich, bei ausgewogener Ernährung aber unnötig und der Überschuss an wasserlöslichen Vitaminen wird über die Nieren ausgeschieden und belastet diese damit unnötig. Inzwischen ist nachgewiesen das eine überdosierte Fütterung von Bierhefe über einen langen Zeitraum, zu Nierenschäden führen kann.

 

Vitamin C wird vom Hund in ausreichender Menge selbst produziert. Da ein Organismus immer "faul" ist, stellt er entsprechend der Menge künstlichem Vitamin C die körpereigene Produktion ein, außerdem wird auch dieses Vitamin, da wasserlöslich, über die Nieren ausgeschieden, wenn es überdosiert wird. Die Fütterung von Vitamin C ist somit absolut unnötig und hemmt die Körpereigene Produktion.

 

Das verfüttern von Pflanzenöl ist bei ausgewogener, gemüsefreier Fütterung nicht notwendig, zudem haben pflanzliche Fette nur eine sehr geringe Wertigkeit für den Hund. 

Hat der Hund sehr viele Knochen gefressen, kann man allerdings mal einen Haps Öl geben, damit es später besser "flutscht". 

Da Sonnenblumenöl im Verdacht steht die Entartung von Zellen zu fördern und damit potenziell krebserregend ist (auch beim Menschen) sollte dieses nicht verfüttert werden. 

 

Was braucht der Hund wirklich?

Tatsächlich sinnvolle Zusätze, allerdings abhängig von der Qualität der Ausgangsfuttermittel und dem Hund selbst, sind:

  • Blut
  • Calciumpräparate
  • Fischöl
  • Salz und Algen

Beim Füttern von Fleischabschnitten von ausgebluteten Tieren (also beim Fleisch vom Schlachter, Metzger oder aus dem Supermarkt standard) lohnt es sich ca. 50 ml Blut (ohne Gerinnungshemmer oder Salz) als Quelle für Eisen, Natrium und Jod zu füttern. Das Eisen im Fleisch reicht in diesem Falle nämlich nicht mehr aus. 

 

Bei Welpen die (noch) keine Knochen fressen dürfen/können, Senioren mit Zahnproblemen und keine Knochen vertragen, kann (vorrübergehend) auch ein Calciumsupplement wie Knochenmehl oder im Notfall (bitte nur kurzzeitig!) auch gemahlene Eierschale gefüttert werden.

Bei beidem beträgt die Dosierung ca. 1 g pro 5 kg Hund.

 

Fischöl dient bei Fleisch, das von Tieren aus Intensivmast um das Verhältnis der Omega-3 und 6 Fettsäuren auszugleichen. Dosierung: 200 mg dha + epa für 10 kg Hund.

Kapseln sind deutlich länger haltbar als Öl aus der Flasche. 

 

Wenn man nicht die Möglichkeit hat Blut zu verfüttern, kann man auch hin und wieder eine Prise Salz und Algen (bitte an die Dosierungsempfehlung halten, eine Überversorgung kann die Schilddrüse schädigen) dem Futter hinzufügen, um Natrium und Jod zu ergänzen.